Kulturspaziergang Paris

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Paris. Flanieren auf den Spuren historischer Berühmtheiten

„Paris ist immer eine Reise wert“ heißt es. Schon lange stand diese Stadt auf meiner Reise-Wunschliste und tatsächlich habe ich es dieses Jahr zum ersten Mal geschafft, einen Urlaub dorthin zu buchen. Statt des weit verbreiteten Besuchs über ein verlängertes Wochenende sollten es ganze zehn Tage im August werden, um die Sehenswürdigkeiten ausgiebig zu besichtigen. Sowohl Touristen-Hotspots als auch den ein oder anderen Geheimtipp standen also auf der Liste. Ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht worden.

Obwohl die ersten vier Tage völlig verregnet waren, war die Stimmung keinesfalls getrübt. Schließlich war einiges geplant und die Vorfreude auf eine wunderbare Zeit, die prall gefüllt mit diversen kulturellen Inhalten werden sollte, überwog auf ganzer Linie. Der Stadtteil Saint-Germain, welcher sich geprägt von kleineren und größeren Galerien zeigt, beherbergt Werke zeitgenössicher Künstler und verblichener Kollegen vor allem aus dem Bereich Fotografie. Ebenso imposant ist Montmartre, welches zwar etwas von dem romantischen Charme verloren hat, das man ihm aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts nachsagt. Dennoch herrscht immer noch eine ganz eigene Atmosphäre, die auch die Stadt insgesamt für sich vereinnahmt. Straßenkünstler, durchaus talentiert, prägen das Stadtbild. Nicht nur in Montmartre, auch entlang der Seine werden traditionell klein- und großformatige Aquarelle und Ölbilder von den Künstlern persönlich feilgeboten. Allerdings wirkte dies während der sechs Tage bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen 28 Grad umso beeindruckender. 😉

Moderne Großstadt mit Tür zur Vergangenheit

Wenngleich Paris eine Millionenmetropole ist, die sich den Herausforderungen der Moderne stellen muss, fühlt man an allen Ecken eine gewisse Verbundenheit zur Geschichte dieser Stadt, die wohl für die unglaubliche Anziehungskraft dieses Orts verantwortlich ist. Die Menschen wirken trotz überfüllter Straßen relativ entspannt und setzen sich abends mit einem guten Buch in eine der zahreichen Grünoasen der Stadt, welche kunstvoll gestaltet sind wie Freiluft-Museen. Straßencafés und kleine Boutiquen, die Feinkost anbieten und wie kleine Geschenke verpacken, zeugen von der Liebe der Franzosen zum Savoir-Vivre. Essen ist hier nicht gleichgesetzt mit der Aufnahme von Lebensmitteln. Ganz im Gegenteil wird Kulinarisches zelebriert.

10 Tage auf kulturellen Pfaden

Bereits die überwältigende Anzahl an Theatern und Museen zeigt, dass nicht nur in der Vergangenheit großer Wert auf Bildung und Kultur gelegt wurde. Neben dem Louvre und dem Musée d’Orsay reihen sich auf alle Fälle die Besichtigung von Sacre-Coeur und Notre-Dame in die Liste der absoluten Must-Sees für Kulturbegeisterte ein. Imposante Gemälde von detailverliebter Raffinesse und architektonische Meisterleistungen sind hier genauso zu sehen wie Skulpturen, die eine Reise durch die Geschichte anhand des Könnens der Künstler ermöglichen. Hinzu kommt eine dringende Empfehlung für den Besuch im Opernhaus Garnier, das für sein hervorragendes Ballett und die Legende um das Phantom der Oper bekannt ist. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte unbedingt eine Tagestour nach Versailles einplanen: Die Gärten, die eigens für Marie-Antoinette angelegt wurden, sind überaus beeindruckend und laden zu einem entspannten Tag im Grünen ein.

Paris: Schon immer Magnet für Kultur und Wissen

Sogar die historisch-gewachsenen Friedhöfe laden zu ausgiebigen Entdeckungstouren ein. Die Karten für Besucher am Eingang geleiten die Besucher zu den Gräbern großer Berühmtheiten – und davon gibt es viele! Fast scheint es, als ob es obligatorisch sei in Paris begraben zu werden, wenn man es in den vergangenenen Jahrhunderten zu internationaler Bekanntheit gebracht hat. Tatsächlich ist die Liste von Berühmtheiten, die in Paris gelebt und/oder gewirkt haben, extrem lang. Namen wie Honoré de Balzac, Frédéric Chopin, Marlene Dietrich, Heinrich Heine, Jacques Offenbach, Oscar Wilde, James Joyce, Jean-Paul Sartre oder Jim Morrison sind hier nur einige wenige Beispiele. Wieder fühlt man sich ein Stück weit in die Vergangenheit versetzt und meint, durch die historischen Straßen einer Stadt zu flanieren, die einmal der unangefochtene kulturelle Mittelpunkt Europas war.

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