Passende Kleidung im Theater

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Osnabrück. Kleider machen Leute – oder: Was soll ich (im Theater) anziehen?

Kleidung ist – egal ob sie einem persönlich wichtig ist oder man keinen großen Wert hierauf legt – ein wichtiges Aushängeschild. Der berühmte erste Eindruck ist von der Kleidung stark geprägt, weshalb es vor allem wichtig ist, dass man sich wohlfühlt. Obwohl ich auch der Meinung bin, dass man grundsätzlich die Kleidung tragen sollte, die einem persönlich zusagt, gibt es dennoch ein paar Richtlinien, die nicht unbedingt verkehrt sind. Ein besonders gutes Beispiel sind Hochzeitsfeiern. Denn hier sollte eigentlich jedem klar sein, dass weiß als Farbe einzig und allein der Braut vorbehalten ist. Auch ist es ein absolutes NoGo, als Frau in einem pompösen Kleid aufzukreuzen, wenn bekannt ist, dass Brautpaar es etwas schlichter halten wird. Genauso bekannt dürfte sein, dass man in einer Kirche generell die Schultern nicht entblößt oder dass Mann im Urlaub am Büffet keine offenen Schuhe trägt.

Repräsentative Zwecke von Kleidung

Tatsächlich mache ich selbst meine Kleidung immer ein wenig vom Anlass abhängig. Viele Kleidungsstücke, die ich für die Freizeit völlig in Ordnung finde, halte ich für berufliche Zwecke wiederum nicht angemessen. Erst kürzlich tauchte eine Kollegin bei einem Pressetermin in Flip Flops und mit offenem Mund Kaugummi kauend auf – nicht sonderlich professionell, zumal wir einen Termin bei einem Lebensmittelhersteller hatten, der auch eine Werksbesichtigung beinhaltete. Zum anderen repräsentiert man ja auch seinen Arbeitgeber – in meinem Fall eher Auftraggeber – und sollte schon auf ein passendes Auftreten achten (die Ansprechpartner vor Ort schienen ein wenig irritiert).
Was genau ich allerdings bei Presseterminen trage, entscheide ich je nach Art des Termins. Während bei einem Termin ein Blazer sinnvoll erscheint, ist bei anderen Terminen wiederum ein etwas legerer Look gefragt. In jedem Fall ist es hier wichtig zu bedenken, dass man sich beruflich ggf. auch schonmal anpassen muss, da man eben nicht als Privatmensch unterwegs ist. Abwägen sollte man auch, wenn man privat einen Termin wahrnimmt, bei dem man mit großer Wahrscheinlichkeit auf jemanden aus dem beruflichen Umfeld trifft.

Extreme nicht sonderlich sinnvoll

Generell sollte man sich jederzeit ein Bild davon machen, in welcher Position man welchen Termin wahrnimmt und auf welche Menschen man dabei trifft. Mir geht es weniger darum, die Erwartungshaltungen meines Gegenübers bzw. meines Gesprächspartners zu erfüllen. Aber dennoch ist wirkt es weitaus souveräner und man meistert einen Termin leichter, wenn man sich dem Anlass anpasst. Ähnlich verhält es sich im Theater. Während ich privat bei sommerlichen Temperaturen durchaus Tops mit Spaghettiträgern anziehe, fühle ich mich im Theater nicht richtig angezogen. Ein Extrembeispiel habe ich anlässlich einer Oper letzten Sommer erlebt. Hier hatten Eltern ihren Sprössling – vielleicht 13 oder 14 Jahre alt – in einen feinen Anzug gesteckt. Ganz offensichtlich fühlte sich der Junge nicht sonderlich wohl. Mal ganz davon abgesehen, dass es viel zu heiß für diesen Dress war. Eine andere Dame in meinem Alter trug ausgelatschte Turnschuhe, das besagte Spaghettitop und eine sehr legere Sommerhose zum Aufkrempeln.

Theater ist keine Zwangsveranstaltung, aber dennoch ein kultureller Anlass

Wer hier angemessener gekleidet war? Weder der eine noch die andere, würde ich persönlich sagen. Denn auch im Theater sollte man sich selbstverständlich wohl in seiner Haut und in seiner Kleidung fühlen, aber dennoch besucht man einerseits weder eine offizielle Feier wie eine Hochzeit noch geht andererseits Eis essen oder ins Kino. Bei dem Jungen hätte es eine schicke Jeans und ein Hemd genauso getan, die Dame in meinem Alter hätte lieber auf etwas schickere Kleidung setzen sollen. Man sollte sich vor Augen halten, dass man eine Kulturveranstaltung besucht, weshalb auch die Kleidung ruhig ein wenig angepasster sein sollte. Dass es sich hierbei nicht um eine persönliche Meinung handelt, sondern um gesellschaftlichen Konsens – der natürlich jederzeit angezweifelt werden darf -, zeigt, dass es sehr wohl in vielen Bereichen eine „Kleiderordnung“ gibt. Hierbei handelt es sich zumeist lediglich um grobe Richtlinien, außer in bestimmten Berufsgruppen.
Man muss sich ja nicht gleich verkleiden, aber ich finde es durchaus in Ordnung, wenn man sich ein wenig dem jeweiligen Anlass entsprechend anzieht. Mein Fazit also: Kleidet euch, wie ihr mögt, denkt aber immer daran, welches Ziel ihr auf dem Schirm habt! Zu leicht bekleidet kommt außerhalb von Urlaub und Freizeit selten gut an. Also im Zweifelsfall – auch im Theater – einfach etwas überschmeißen.

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