Vorankündigung: Theaterfestival Spieltriebe 7

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Spieltriebe 7/Save the Date – © Theater Osnabrück

Osnabrück. Festival für zeitgenössisches Theater Spieltriebe eröffnet im September die Spielzeit des Theaters Osnabrück

Im Rahmen einer ersten Pressekonferenz gaben die Organisatoren vom Theater Osnabrück am 05. April 2017 erste konkrete Informationen zum alle zwei Jahre stattfindenden Festival für zeitgenössisches Theater. Spieltriebe 7 wird, wie die vergangenen Jahre auch, an drei Tagen stattfinden, an denen sich die Besucher pro Abend jeweils für eine der vorgegebenen Routen entscheiden können. Jede Route ist einem Aspekt der Eröffnungsinszenierung gewidmet, die alle Besucher zu Beginn eines Theaterabends gemeinsam im Theater am Domhof erleben werden.

Die Routen führen anschließend jeweils – begleitet durch einen Paten, der Bezug zum Motto des Festivals hat und so unterwegs für kurzweilige Unterhaltung im wahrsten Sinne des Wortes sorgen soll – zu diversen außergewöhnlichen Spielstätten, die Theater als Kunstform erlebbar machen. Bestätigt sind bisher neben der Kunstgalerie Hase 29 zwei Hallen der IAG Magnum-Gruppe, die derzeit zum Verkauf steht, sowie die Friedenskirche und die Käthe-Kollwitz-Schule. Weiterhin sind Aufführungen in einem Gebäudekomplex der Scharnhorstkaserne und in der Halle 14 geplant. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige Panzergarage der Winkelhausenkaserne im Stadtteil Hafen, die derzeit für als Räumlichkeiten für ein Osnabrücker Softwareunternehmen umgebaut wird. Geplant sind gemäß Konzept die Besuche von zwei bis drei Neuinszenierungen pro Route, von denen einige im Anschluss in den regulären Spielplan aufgenommen werden. Den Abschluss jedes Theaterabends bildet wiederum das Zusammentreffen aller Routen zu einer letzten gemeinsamen Inszenierung am Ausgangsort.

Vom 01. Bis zum 03.09. wird den Besuchern die Arbeit aus zwei Jahren Planungszeit präsentiert, die zugleich den Auftakt der Spielzeit 2017/18 darstellt. Unter dem Motto „Macht*Spiel*Geschlecht“ wird dem vielschichtigen Themenkomplex Identität gewidmet. Wie bereits die Schreibweise des Mottos erahnen lässt, wird hier nichts dem Zufall überlassen. Geschlechteridentitäten und ihrem Wandel wird ebenso nachgespürt, wie die konfliktbeladene Spannung zwischen Kulturen und/oder den Geschlechtern und der Verortung des Selbst. Bekannt für das gesellschaftliche Engagement der Arbeit der Osnabrücker Theaterschaffenden setzt das Team um die Verantwortlichen Elisabeth Zimmermann (Dramaturgin), Jens Peters (Leitender Schauspieldramaturg) und Maria Zimmermann (Dramaturgin) auch diesmal auf den vielversprechenden Kunstgriff des Spagats zwischen Perspektivwechsel, moralischer Provokation und Dokumentation.

Rechercheprojekte, die mottobezogen die Theatergeschichte Osnabrücks verfolgen („Ins Blaue“) wie auch der persönliche Identitätskonflikt eines Osnabrücker Transgenders („I am a bird now“) und der Umgang eines Transsexuellen mit dem Voyeurismus seiner Umwelt („Dienstags bei Kaufland“, Nina dela Para) sorgen für Lokalkolorit in den Neuinszenierungen einerseits. Andererseits reizen Inszenierungen wie Sybille Bergs „Und dann kam Irma“ (Felicitas Braun) und eine Neuinterpreation des Klassikers „Die Frauen von Stepford“ (Claudia Bossart), welche sich mit Aspekten wie Technisierung und prekären Geschlechterbildern auseinandersetzen. Experimenteller geht es bei dem Lyrikprojekt „Staging Love“ einer Hamburger Studentin und der Stückentwicklung „Die Zauberin von OZ“ durch die Künstlergruppe Kollektiv 1 unter Beteiligung von Stefan Hornbach zu. Zudem leisten Kompositionsstudenten der HS Mannheim in Form einer Musikinstallation mit dem Titel „Das Haupt der Medusa“ erstmalig einen eigenen Festivalbeitrag der Sparte Musiktheater. Das Kinder- und Jugendorchester OSKAR gibt eine Interpretation der „kleinen Meerjungfrau“.

Eröffnet werden die Routen durch Valerie Solanas deutsche Erstaufführung der „Präsidentin von Amerika“, in der es um die Entwicklung des Feminismus seit den 60er Jahren geht. Für das Ende der drei Abende zeichnet sich die Dance Company mit der Tanzproduktion „Encounter“ unter der Leitung der Choreographin Vasna Aguilar verantwortlich.

Für die finanzielle Unterstützung zeigt sich neben den Stadtwerken und dem Theaterverein der Stadt Osnabrück die durch Oldenburgische Landesbank Region Osnabrück/Dieplholz vernatwortlich, die Spieltriebe 7 mit dem Ziel der Kulturförderung durch einen Scheck von 20.000 fördert. Der trotz der anhaltenden Planungsphase von Spieltriebe 7 doch recht umfassende Einblick in Konzept und inhaltliche Gestaltung zeigt, dass sich diesmal alle vier Sparten des Osnabrücker Theaters an einem hoch brisanten Thema versuchen. Der erste Eindruck zeigt bereits, dass sowohl die Förderer als auch das Organisationsteam für das Thema brennen und sich die Besucher auf ein weiteres Festival freuen dürfen, das sicherlich für die ein oder andere Überraschung sorgen wird, die bewusst zum Diskutieren einlädt.

Weitere Informationen können ab dem 08. Mai dem neu erscheinenden Spielzeitheft oder der gegen Ende Mai aktualisierten Homepage http://www.spieltriebe-osnabrueck.de/ entnommen werden. Der offizielle Kartenvorverkauf für Spieltriebe 7 beginnt am 31. Mai.

 

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